50 Jahre Dietrich-Bonhoeffer-Kirche

VON GUTEN MÄCHTEN WUNDERBAR GEBORGEN

ERWARTEN WIR GETROST, WAS KOMMEN MAG.

Am Festwochenende im Juli gab es ein Podiumsgespräch mit Teilnehmern aus Politik und Kirche, zu dem Pfarrer Christian Werner

 

THESEN

 

zu Fragen des Glaubens, des Miteinanders, der Toleranz mit historischen, gegenwärtigen und zukünftigen Aspekten zusammengestellt hat.

 

1) Wes Geistes Kind bin ich? Wo suche ich meine Maßstäbe und Beurteilungen? Welche Haltungen prägen mich und bestimmen in wichtigen Punkten mein Leben? Was gilt für mich? Die große Zerrissenheit unserer Ideale, unserer menschlichen Ordnungen und Gefüge stellt uns täglich neu vor die Frage: Was sollen wir tun? Wir müssen täglich entscheiden zwischen diesem und jenem Ideal, sei es politischer oder sei es erzieherischer Natur, sei es in Fragen der persönlichen Lebensführung…D. h. . Wie soll ich erziehen, wie soll ich mich als Staatsbürger verhalten, wie soll ich meine Ehe gestalten? Alle diese Fragen sind…für uns offene Fragen geworden (Dietrich Bonhoeffer, Predigt vom 08.05.1932).

 

2) Auf dem Weg zum 500jährigen Reformationsjubiläum 2017 heißt das Jahresthema 2013 ‚Reformation und Toleranz‘. Kirchen und die meisten Religionen sind gerade kein Beispiel gelebter Toleranz. Sie waren oftmals die Institutionen, die mit ihren Wahrheitsansprüchen besonders intolerant waren.

 

3) Es darf nicht sein, dass die Errungenschaften, die auch von der Reformation ausgingen, wie die Freiheit des Gewissens und die Hochschätzung des Individuums, konterkariert werden durch die, die diese Errungenschaften für sich entdecken und nutzen, um sie durch einen radikalen und oft fanatischen Fundamentalismus wieder auszuhebeln. Es ist deshalb gar nicht so einfach, den Dialog mit denen zu suchen, die Toleranz nutzen, um intolerant zu sein. Reformation bedeutete auch eine Demokratisierung, die Befreiung des Glaubens aus der anmaßenden Inbesitznahme durch religiöse Eliten. Dahinter dürfen wir nicht wieder zurückfallen.

 

4) Toleranz bedeutet immer Ja und Nein zugleich. Ja zu einer überzeugten Haltung, die mir für mein Leben wichtig ist. Und damit eben auch ein Nein zu bestimmten Positionen und Vorstellungen, die andere vertreten. Daraus darf kein schnelles „Jein“ werden. Toleranz ist etwas anderes als Gleichgültigkeit. Toleranz ist Ja und Nein zugleich. Natürlich auch das Ja dazu, dass es andere Positionen gibt, selbst wenn sie nicht meine Positionen sind. In meiner Toleranz hebe ich die Fremdheit des anderen nicht auf. Ich kann nicht überspielen, was für mich fremd ist und vielleicht fremd bleiben wird. Aber ich gebe diesem andern Respekt. Denn ich weiß, dass ich selbst auch nicht fertig bin mit der Wahrheit. Ich brauche es, dass andere mich korrigieren und ergänzen, so wie ich andere auch korrigieren und ergänzen kann. So wird Toleranz ein Akt der Freiheit. Sie gibt den Menschen, die miteinander leben – wie fremd sie einander auch sind – einen freien Raum der Verständigung. So verschieden wir auch sind: Gott sieht uns an, und in seiner Liebe toleriert er uns. Es liegt an uns, diese göttliche Toleranz in unserer Welt zu bewähren.

 

5) Für Christenmenschen gilt: Verzicht auf politische Verantwortung ist nicht erlaubt und ist nicht möglich. Wer nicht handelt, wird behandelt, und wird dem anderen kein Nächster. Die Kirche hat deshalb eine besondere gesellschaftliche und politische Funktion. Dietrich Bonhoeffers Forderung ist weiterhin aktuell: Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist (Dietrich Bonhoeffer, Entwurf einer Arbeit, August 1944). Sie müsse den Staat an seine Aufgabe erinnern, für Recht und Ordnung (und Frieden) zu sorgen. Die Kirche darf dabei aber nicht meinen, die bessere Politikerin zu sein. Gute Politik erfordere politische Kompetenzen, detaillierte Kenntnisse und geschultes Einschätzungsvermögen – Fähigkeiten, die mit dem christlichen Glauben nicht automatisch gegeben sind. Aber wenn die Politik in der Gefahr steht, sich in tagespolitische Einzelheiten zu verlieren, kann die Kirche den Staat an seine eigene Aufgabe erinnern: Die Kirche soll…den Staat immer wieder danach fragen, ob sein Handeln von ihm als legitim staatliches Handeln verantwortet werden könne, d. h. als Handeln, in dem Recht und Ordnung, nicht Rechtlosigkeit und Unordnung geschaffen werden…Sie greift damit gerade nicht in die Verantwortlichkeit des staatlichen Handelns ein, sondern schiebt im Gegenteil dem Staat selbst die ganze Schwere der Verantwortung für das ihm eigentümliche Handeln zu.

Dietrich Bonhoeffer (Werke, Band 12, 351 f.)

 

6) Die ethischen Entscheidungen, vor denen wir stehen, werden durch globale Vernetzungen und durch neue technische Möglichkeiten vor allem in der Medizin und Biotechnologie immer komplexer, schwieriger und in ihren Folgen weitreichender. Bonhoeffers verantwortungsethischer Ansatz löst diese Dilemmata nicht, aber ermutigt zu einer nüchternen Analyse der jeweiligen Situation und zu einem mutigen Antworten auf die Not des konkret begegnenden Anderen, getragen von der Hoffnung auf Gottes Vergebung nach verantwortlicher Tat: Niemand hat die Verantwortung, aus der Welt das Reich Gottes zu machen…Die Verantwortung ist dem Umfang wie dem Wesen, also quantitativ und qualitativ, nach begrenzt.…Nicht die Welt aus den Angeln zu heben, sondern am gegebenen Ort das sachlich – im Blick auf die Wirklichkeit – Notwendige zu tun, und dieses wirklich zu tun, kann die Aufgabe sein.

Dietrich Bonhoeffer (Werke, Band 6, 224)

 

7) Wenn es Gründe zur Resignation gibt, verspricht die biblische Botschaft ganz fest: Die Welt geht nicht zum Teufel. Es gibt nicht das Verhängnis, das auf uns zukommt und wogegen wir nichts tun können, weil uns die Arme gelähmt sind. Es gibt weder das Verhängnis, dass die Menschen diese Welt selber zerstören, in dem sie sie ausbeuten. Noch gibt es das Verhängnis, als wäre diese Welt so, dass in ihr soziale Schranken festgeschrieben wären, und als wenn in ihr Reichtum und Armut auf alle Zeit so verteilt bleiben müssten, wie das jetzt ist. Bei der Frage, wie sich denn Umweltzerstörung stoppen oder doch begrenzen lasse, bei der Frage, wie denn soziale Gerechtigkeit von den Transparenten herunterkommen könne in unsere Wirklichkeit, wird es Streit geben. Da gibt es die verschiedensten gesellschaftlichen und politischen Entwürfe, da gibt es die unterschiedlichen parteipolitischen Antworten mit all der Vorläufigkeit, die sie haben (vor Ort: Der Umgang mit Asylanten). Dieser Streit darf uns als Kirche nicht hindern, Gewissen zu schärfen, aber nicht Partei zu werden. Das scheint mir ein wichtiger Auftrag zu sein. Denn der Streit ist nicht das Ende. Sondern vom Streit kann ausgehen, dass Menschen befreit werden von dem Desinteresse gegenüber dem Nächsten und von dem fixierten Interesse auf sich selber. Es muss ihnen nur glaubwürdig gesagt werden, dass diese Welt nicht zum Teufel geht, weil sie nicht uns Menschen gehört.

 

8) Die Zukunft von Mensch und Welt ist offen und unbestimmt. Deshalb gibt es neue Fragen. Zur Finanzmarktkrise, zum Klimawandel, zu Naturkatastrophen, zu Unglücksfällen in Atomkraftwerken. So weit die Macht des Menschen auch reichen mag – über die Zukunft verfügt er nicht. Was er in Angriff nimmt, kommt niemals zu einer letzten Vollkommenheit. Er bringt die Geschichte nicht zum Abschluss. Sie bleibt in Gottes Hand. Wir Menschen bewahren unsere Mündigkeit nur, wenn wir uns unserer begrenzten Vollmacht bewusst bleiben. Wir werden unserer Verantwortung nur gerecht, wenn wir die Grenzen unserer Zuständigkeit beachten.

 

9) Jedes christliche Handeln ist eingebettet in eine Haltung des Glaubens: Ora et labora (Grundsatz der Benediktiner)! Bete und arbeite! Dass unser Beten und Arbeiten nicht alles zustande bringt, was wir erwarten, ist kein Grund zur Resignation. Doch ebenso wenig gibt es einen Grund zur Überheblichkeit. Durch Beten und Arbeiten zwingt der Mensch die Zukunft nicht unter seine Herrschaft, sie bleibt vielmehr in Gottes Hand.

 

10) Hinter die Ökumene (mit der Katholischen Kirche) gibt es kein zurück. Als Evangelische leben wir hier in dieser Region in der Diaspora und können nur dankbar dafür sein, dass wir liebevoll akzeptiert sind. Wir wohnen in dem Land, in dem die westliche Kirchenspaltung ihren Anfang nahm. Viele Schritte zur Versöhnung sind wir schon aufeinander zu gegangen. Es gilt, diese Bemühungen mit Geduld, Sensibilität und Wertschätzung mutig fortzusetzen: Im gemeinsamen Bekenntnis und Gebet, im Glaubensgespräch, in Vorschlägen zur Gestaltung des öffentlichen Lebens mit Gerechtigkeit, im Frieden und durch Bewahrung der Schöpfung. Wir sind eins in Jesus Christus. Das können wir gar nicht oft genug feiern. Lasst uns von dieser Perspektive der Einheit ausgehen und nicht von der Perspektive der Spaltung! Lasst uns das stärken, was wir trotz unterschiedlicher Weise, jeweils unseren Glauben zu leben, gemeinsam haben! Es ist natürlich viel leichter, die Unterschiede zu beklagen. Ich selber will es nicht mehr. Wenn wir uns liebevoll begegnen, wird es uns verändern.

 

11) Martin Luther hat uns einen Entwurf für einen freundschaftlichen, geschwisterlichen Umgang miteinander hinterlassen, wo nicht einer dem andern egal ist, sondern wo jeder gibt und nimmt im Verbund. Im andern steckt genauso eine bedürftige Seele, die sich ängstigt und sich danach sehnt, wertgeschätzt zu werden. Das ist nach Luther Herzensbildung, die wir alle besonders brauchen: ...dass wir unserm Nächsten...helfen und beistehen in allen Nöten, ...ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten,...ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren, ...ihm das Seine zu behalten förderlich und dienlich sein.

Martin Luther (aus dem Kleinen Katechismus)

 

12) Zu lange haben wir in den letzten Jahrzehnten auf die Präsenz der Kirche in Gebäuden und Institutionen gesetzt, nach dem Motto: Wer etwas will, kann kommen, und wer nicht merkt, wie gut wir sind, ist selber schuld. Es geht ganz neu um den Aufbruch in die Lebenswelt der Menschen. So entsprechen wir Gott, der seine Menschen sucht und aufsucht. Wir sollen Menschen in unserer Umgebung nicht zuerst ansehen als solche, denen noch so viel fehlt, die noch verkehrt leben, die noch keine Ahnung haben. Lasst uns sie ansehen als solche, mit denen Gott etwas vorhat, die er liebt, denen er nahe ist. Mit dieser Sicht sind wir in unsere Umgebung gesandt.

 

13) Wir brauchen eine soziale Netzwerkarbeit der Nachbarschaftshilfe und von Ehrenamtstätigkeiten in der Gemeinde. Durch den demographischen Wandel sind wir vor immer größere Herausforderungen gestellt. Auch für uns als Kirchengemeinde gilt: Wir werden älter. Wie kann es gelingen, mehr Menschen – vor allem Ältere – zum Mitmachen zu gewinnen? Durch Netzwerkarbeit lassen sich Menschen ansprechen, die nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben interessiert sind an neuen Aufgaben; die ihre beruflichen und persönlichen Kompetenzen gerne einbringen möchten; die aus einer teilweise distanzierten Haltung aufs Neue den Kontakt zur Kirchengemeinde suchen. Diese sozialen Netzwerke entwickeln und verstärken Beziehungen zwischen Menschen in überschaubaren Gruppen. Sie bilden sich verstärkt infolge von Überlegungen zur Neuorientierung der Altenarbeit innerhalb der Kirchengemeinde. Denn es zeigt sich: Die heutige Generation der Rentner wird durch „klassische Altenarbeit“ nicht mehr erreicht. Die Menschen möchten sich nicht alt fühlen. Sie haben eine höhere Lebenserwartung und bleiben auch länger als früher in einer guten körperlichen Verfassung.

 

14) Ein soziales Netzwerk wird nach dem Vier-Phasen-Modell der Altersbildung (von Kade und Nell) aufgebaut:

Phase 1: Ich für mich

Die erste Phase dient dem Kennenlernen und der Kontaktaufnahme: Potenzielle Netzwerker überlegen, welche Wünsche sie für ihr Leben nach der beruflichen Karriere haben, und was sie zu einem bürgerschaftlichen Engagement motiviert.

Phase 2: Ich mit anderen für mich

In einer Auftaktveranstaltung wird gezielt nach den Wünschen und Interessen im Hinblick auf Aktivitäten zusammen mit anderen Teilnehmern gefragt. Gemeinsame Aktivitäten werden geplant. Interessengruppen finden sich zusammen.

Phase 3: Ich mit anderen für andere

Mit den vielen Angeboten für die Netzwerker wächst das Engagement für andere. Schnell bilden sich Organisations-, Mitwirkungs- und Informationsstrukturen, um den Überblick über das größer werdende Netzwerk zu behalten.

Phase 4: Andere mit anderen für mich

Die Idee des Netzwerks, Kontakte zwischen den Mitwirkenden zu knüpfen, soll nicht nur in die Praxis umgesetzt werden können, wenn man gesund und fit ist: Auch Hilfsbedürftige sollen davon profitieren, indem sie auf die sozialen Netze zurückgreifen können.

 

15) Bonhoeffers Insistieren auf der empirisch vorfindlichen Kirche als gegenwärtiger Gestalt der Gemeinde Jesu Christi bewahrt vor der vergeblichen Suche nach der perfekten Gemeinde. Zur Gestalt der christlichen Gemeinde gehört ihre unaufhebbare Unfertigkeit. Diese Erkenntnis kann für Menschen, die unter den Mängeln der Kirche leiden, eine große Entlastung darstellen. Mein Leben bleibt Fragment. Unsere Kirche auch.

 

16) Wir sind wieder ganz auf die Anfänge des Verstehens zurückgeworfen. Was Versöhnung und Erlösung, was Wiedergeburt und Heiliger Geist, was Feindesliebe, Kreuz und Auferstehung, was Leben in Christus und Nachfolge Christi heißt, das alles ist so schwer und so fern, dass wir es kaum mehr wagen, davon zu sprechen. In den überlieferten Worten und Handlungen ahnen wir etwas ganz Neues und Umwälzendes, ohne es noch fassen und aussprechen zu können…Es ist nicht unsere Sache, den Tag vorauszusagen – aber der Tag wird kommen – , an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen, dass sich die Welt darunter verändert und erneuert. Es wird eine neue Sprache sein, vielleicht ganz unreligiös, aber befreiend und erlösend, wie die Sprache Jesu…Bis dahin wird die Sache der Christen eine stille und verborgen sein; aber es wird Menschen geben, die beten und das Gerechte tun und auf Gottes Zeit warten. Dietrich Bonhoeffer (Gedanken zum Tauftag von Dietrich Wilhelm Rüdiger Bethge, 21. Mai 1944)

 

17) Ich habe in den letzten Jahren mehr und mehr die tiefe Diesseitigkeit des Christentums kennen und verstehen gelernt; nicht ein homo religiosus (ein religiöser Mensch), sondern ein Mensch schlechthin ist der Christ, wie Jesus Mensch war…Ich dachte, ich könnte glauben lernen, indem ich selbst so etwas wie ein heiliges Leben zu führen versuchte. Später erfuhr ich, und ich erfahre es bis zur Stunde, dass man erst in der vollen Diesseitigkeit des Lebens glauben lernt. Wenn man völlig darauf verzichtet hat, etwas aus sich zu machen…, dann wirft man sich Gott ganz in die Arme…, und ich denke, das ist Glaube…; und so wird man ein Mensch, ein Christ. Dietrich Bonhoeffer (Werke, Band 8, 541 f.)

 

18) Der erste Schritt zur Erneuerung der Kirche besteht darin, dass sie die eigene Botschaft ernst nimmt. Wir müssen neu und elementar die Substanz des christlichen Glaubens zur Sprache bringen. Drei prägnante Sätze aus dem Proponendum „Auf Sendung“ (Ev. Kirche im Rheinland, 2002 – dort übernommen von der EKD-Synode 1999) nehme ich hier auf:

1) „Du bist ein wunderbares Wesen“ (Psalm 139,14). Jeder Mensch ist mit Würde und Ehre ausgestattet. Wenn wir diese Botschaft weitergeben, fördern wir eine Kultur der Bejahung.

2) „Du bist nicht verloren“ (Lukas 15). Gott kennt keine hoffnungslosen Fälle. Wenn wir diese Botschaft weitergeben, fördern wir eine Kultur der Wahrhaftigkeit und Achtsamkeit.   

3) „Du bist zur Freiheit befreit“ (Galater 5,1). Also:“...ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan“ und zugleich in Nächstenliebe und Übernahme von Verantwortung „ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“, wie Luther sagt. Wenn wir diese Botschaft weitergeben, fördern wir eine Kultur der Aufklärung.

Es ist unsere vordringliche Aufgabe, diese prägnanten Sätze in Familie, Beruf und Gesellschaft selbstbewusst und mutig weiterzusagen. In ihnen wird eine Glaubenshaltung ausgedrückt, die in Erziehung, Diakonie und Seelsorge Grundlage des Handelns sein sollte.

 

19) Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewusst, dass der Mensch überhaupt unendlich viel mehr empfängt, als er gibt, und dass Dankbarkeit das Leben erst reich macht. Man überschätzt wohl leicht das eigene Wirken und Tun in seiner Wichtigkeit gegenüber dem, was man nur durch andere geworden ist.

Dietrich Bonhoeffer (Werke, Band 8, 157 f.)

 

20) Wir dürfen darauf vertrauen: Gott ist unendlich viel größer als jede Kirche, als jede Konfession: Wir sind es doch nicht, die da die Kirche erhalten könnten. Unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen. Unsere Nachfahren werden’s auch nicht sein; sondern der ist’s gewesen, ist’s noch und wird’s sein, der da sagt: ‚Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.‘ Matthäus 28,20. Martin Luther (Wider die Antinomer, 1539)